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Wie kommt die 330-ml-Getränkedose zur ihrer typischen Form?
Berechnet man die Maße, die eine zylindrische Dose mit einem Volumen von 330-ml haben müsste, um eine minimale Oberfläche zu erreichen, so kommt man auf ein um 2,2% verminderten Materialaufwand im Vergleich zum Materialaufwand einer derzeit im Markt befindlichen 330-ml-Dose.
Diese Materialeinsparung würde, über die Menge der jährlich produzierten 330-ml-Dosen, zu einer erheblichen Kostenreduktion führen. Wie kommen also die heute tatsächlich verwendeten Maße zustande?
Würde man rein mathematisch eine volumen-optimierte Dose mit minimaler Oberfläche berechnen, so müsste man ein Behältnis zu Grunde legen, das einen glatten Boden und eine glatte Deckelfläche hat. Man kommt daher auf ein Volumen von 350 ml. Das derzeitige Volumen einer 0,33l Getränkedose beträgt ca. 342 ml.
Die Volumenoptimierung allein ist aber kein Indiz dafür, dass auch ein optimaler Materialverbrauch gewährleistet ist. Auf Grund der bestehenden Fertigungsverfahren für Leerdosen (Abstrecken des Dosenbleches) hat sich die jetzige Dosenform, mit einer Wölbung am Boden und einer leichten Wölbung an der Deckelfläche, als extrem günstig erwiesen. Bei dem mathematisch errechneten zylindrischen Dosenkörper müssten dickere Bleche eingesetzt werden, um die gleiche Stabilität zu gewährleisten wie bei der jetzt verwendeten Dosenform, was zu einem höheren Materialverbrauch führen würde.
Eine Getränkedose von Ball Packaging Europe ist so konstruiert, dass sie einem Innendruck von bis zu 6,2 bar standhält. Dieses schafft sie vor allem durch die Wölbung im Boden sowie die leichte Wölbung im Deckel. Diese sind erforderlich, um Druckschwankungen auszugleichen, ohne dass es zu Beschädigungen der Dose kommt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die optimale Auslastung der zum Vertrieb eingesetzten Paletten. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass der Handel aus Logistikgründen (Transport, Lagerung, Kosten, etc.) keine extremen Palettenunterstande und auf gar keinen Fall Palettenüberhänge duldet. Das bedeutet, dass eine optimale Auslastung der zur Verfügung stehenden Fläche einer Palette von 1200 mm x 800 mm (Euro-Palette) garantiert werden muss. Bei der eingesetzten Dosenform ist dieses unter Berücksichtigung der zur Verpackung eingesetzten Kartonagen (Trays) gewährleistet. Es werden insgesamt 216 Dosen pro Palettenlage untergebracht.
Bei der mathematisch optimierten Dose kommt man nur auf ca. 150 Dosen pro Palettenlage. Dabei würde die Palette nicht optimal ausgelastet.
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Sylvia Blömker
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