Der Lebenszyklus einer Dose
Getränkedosen werden aus Weißblech oder Aluminium hergestellt. Nach Gebrauch der Dosen entstehen durch das Recycling neue, hochwertige Metallprodukte – oder wiederum neue Getränkedosen. Die Getränkedose ist damit ein „echtes“ Kreislaufprodukt.
Aus den Getränkedosenwerken gelangen die Dosenkörper zum Getränkehersteller. Dort werden sie abgefüllt und mit dem separat gelieferten Deckel verschlossen. Über den Handel erreicht die Getränkedose den Verbraucher, der sie über die unterschiedlichen nationalen Rückführungssysteme in Europa entsorgt. Je nach Land werden heute bei Getränkedosen Recyclingquoten von bis zu 90 % erreicht.

In den Recyclingbetrieben werden die Getränkedosen in Sortieranlagen vom übrigen Verpackungsabfall getrennt. Die magnetischen Eigenschaften der Weißblechdosen erlauben eine einfache und wirtschaftliche Separierung per Magnet. Doch auch Aluminium-Dosen können über Wirbelstromabscheider problemlos aus dem übrigen Abfall aussortiert werden. Denn gerade Aluminium läßt sich einfach und kosteneffizient recyceln: Das Umschmelzen erfordert nur fünf Prozent der Energie, die für die Produktion von Primäraluminium erforderlich ist.

Der Weißblechschrott wird gepresst und im Konverter des Stahlwerks zusammen mit anderem Stahlschrott eingeschmolzen. Die dünne Zinnschicht von Weißblech stört den Schmelzprozess ebenso wenig wie der Dosendeckel aus Aluminium. Das Aluminium oxidiert während der Stahlschmelze. Es geht in die anfallende Schlacke über, die im Bauwesen Verwendung findet. Bei diesem Prozess wird Energie frei, die wiederum genutzt wird, um zusätzlichen Schrott einzuschmelzen. Lacke, Farben und andere Zusätze werden bei einer Schmelztemperatur von 1600°C vollständig verbrannt.
Zum Schmelzen der Aluminiumschrotte stehen unterschiedliche Ofentypen bereit. Schrotte zur Herstellung von Gusslegierungen werden in Deutschland überwiegend im Drehtrommelofen unter einer Decke von flüssigem Schmelzsalz geschmolzen. Herdöfen in unterschiedlichen Varianten werden für die Herstellung von Knetlegierungen bevorzugt. Der Legierungsproduktion im Drehtrommelofen ist eine Raffinationsstufe nachgeschaltet. Die erschmolzene Legierung wird hierzu in einen Warmhalteofen (Konverter) geleitet und dort durch den Zusatz von Raffinationsmitteln gereinigt.
Das erschmolzene Aluminium wird entweder zu Masseln vergossen oder als Flüssigmetall zur Gießerei transportiert. Das Gewicht der gegossenen Masseln liegt je nach Kokillenform zwischen 4 und 25 Kilogramm. Flüssigaluminium wird in vorgeheizten Thermobehältern zu den Gießereien transportiert. Dort wird das flüssige Metall in Speicher-Warmhalteöfen gefüllt und dann unmittelbar verarbeitet.
Im Stahlwerk wird der fertige Rohstahl in der Stranggießanlage zu sogenannten Brammen vergossen. Nach Abkühlen und Erstarren werden die Brammen in verschiedenen Warm- und Kaltwalzprozessen zu 0,2 mm dünnem Feinstblech ausgewalzt, welches das Ausgangsmaterial für die Weißblechverpackung ist. Aufgewickelt zu sogenannten Coils wird es zur weiteren Verarbeitung in Weißblechwerke geliefert. Dort wird das Blech in Kaltwalzprozessen auf bis zu 0,1 mm Dicke gewalzt und anschließend elektrolytisch verzinnt.
Das aus dem Recycling entstandene Weißblech oder Aluminium wird auf Coils gewickelt - und dann wieder an die Getränkedosenwerke geliefert.
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